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Beim Fußball-Weltverband FIFA und beim deutschen Fußballbund DFB ist die Torlinientechnik bereits etabliert. Nun zieht auch Europäische Fußball-Union UEFA nach, bei der bevorstehenden EM 2016 in Frankreich wird die neuartige Technologie das erste Mal in der Geschichte des Turniers zum Einsatz kommen.

War der Ball hinter der Linie oder nicht? Diese Frage haben sich nicht die Zuschauer des legendären WM-Finals von 1966 gestellt, auch nach dem Wembley Tor gab es zahlreiche Situationen in denen nicht klar einsehbar war ob der Ball nun komplett hinter der Linie war oder nicht.

Die Torlinientechnik hat sich in der Bundesliga bereits etabliert

Seit der Einführung der Torlinientechnik gehört dieses Dilemma der Vergangenheit an, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hat der Weltverband FIFA die Torlinientechnik das erste Mal bei einem Turnier angewandt und das Feedback der Fans, aber auch der Spieler und Verantwortlichen, war durchweg positiv.

Auch in der Fußball-Bundesliga gehört die Torlinientechnik seit der abgelaufenen Saison 2015/16 „standardmäßig“ dazu und auch dort hat sich die Technik bewährt. Von der anfänglichen Skepsis ist nichts mehr übrig.

Kurioserweise hat sich die Europäische Fußball-Union UEFA in Sachen Torlinientechnik sehr viel Zeit gelassen. Weder in der Champions League noch in der Europa League kommt diese bisher zum Einsatz. Erst bei der EM 2016 in Frankreich wird die UEFA die Torlinientechnik einsetzen, um zu entscheiden ob ein Ball vollumfänglich die Torlinie überschritten hat. Anfang des Jahres wurde die offizielle Entscheidung diesbezüglich gefällt.

Das „Hawk Eye“ sieht alles

Während die FIFA sich für das deutsche System namens „GoalControl“ entschieden hat, vertraut die UEFA, wie die Bundesliga, auf die britische „Hawk Eye“-Technik. Dieses wird neben Deutschland auch in England und Italien verwendet und kam zudem bei der Frauen-WM 2015 in Kanada zum Einsatz. Viele Sportfans werden das System bereits aus dem Tennis kennen, dort ist es bereits seit Jahren im Einsatz und etabliert.

Beim „Hawk-Eye“-System werden pro Tor bis zu sieben Hochgeschwindigkeitskameras installiert, es werden jedoch mindestens vier pro Tor benötigt. Mittels einer modernen Bildverarbeitungssoftware wird aus den gelieferten Bildern der Weg und die Position des Balls im Strafraum berechnet und in einer entsprechenden Grafik visualisiert. Somit erhält der Schiedsrichter auf dem Platz binnen Sekunden ein Signal. Dieses ist in der Regel ein Vibrations- und Leuchtsignal auf seiner Armbanduhr, damit erkennt er blitzschnell ob der Ball die Torlinie mit vollem Umfang überschritten hat oder nicht.

Entwickelt wurde das „Hawk Eye“-System im Jahr 2001 vom Briten Paul Hawkins, dennoch hat es rund ein Jahrzehnt gedauert bis die Technik Einzug in den Fußball genommen hat. Bei der WM 2014 stand die Technik kaum im Mittelpunkt, mal schauen ob die Torlinientechnologie die EM 2016 News diesen Sommer stärker bestimmen wird.

UEFA-Schiedsrichterboss Pierluigi Collina freut sich über die Einführung der Torlinientechnik bei der EM 2016: „Torlinientechnik und zusätzliche Schiedsrichterassistenten ergänzen sich hervorragend. Nun können sich die Schiedsrichter und Assistenten ausschließlich auf andere Vorfälle im Strafraum konzentrieren.“

Es wird spannend zu beobachten wie oft das Hawk Eye tatsächlich zum Einsatz kommt. Auf der einen Seite ist es sicherlich gerecht, wenn nun eine 100%ige Aussage getroffen werden kann, ob es ein Tor war oder nicht. Auf der anderen Seite verliert der Fußball durch die Technik ein wenig an Emotionalität, denn durch die Torlinientechnik werden die Diskussionen nach dem Spiel deutlich weniger.

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Hallo, mein Name ist Christian. Ich bin Blogger und Technik Junkie. Hier auf meinem Blog schreibe ich so oft ich kann Rund um das Thema „Bloggen“ und alles, was dazugehört! Außerdem bin ich begeisterter Android Fan und teste gerne Produkte aus den Bereichen Multimedia und Co.

  • Wirklich ein spannendes Thema. Ich finde es einerseits gut, weil Fehlentscheidungen reduziert werden können, andererseits glaube ich, dass kann den Fußball auch einiges an Emotion kosten. Sich ab und zu über Fehlentscheidungen vom Schiedsrichter aufzuregen gehört irgendwie auch dazu.

    • Ich stimme dir JAHN komplett zu! Finde auch, dass das Teil der Emotionen raubt…. Jedoch als Early-Adapter finde ich die Idee hinter BIG DATA und Hawk-Eye einfach großartig!

      lG aus Wien, Daniel

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